Fiji – South Sea Island / Waya Lailai, Tag 196: Die Wanderung

Der traurige Abschied von South Sea Island steht an. Nach dem Frühstück werden wir auf das kleine Boot gebracht, das uns zu der großen Fähre, dem „Yasawa Flyer“ bringt.

Die Überfahrt ist etwas windig und daher auch ziemlich wackelig. Stehen ist bei dem Wellengang nicht so einfach.

Die „Landung“ auf der Insel Waya Lailai ist dementsprechend auch etwas nass. Der Weg führt uns durch das örtliche Dorf bis zum Resort. Wir werden freundlich empfangen und nachdem wir das Gepäck im Zimmer gelassen haben, werden die Aktivitäten des Tages vorgestellt.

Wie schon früher überlegt, möchten wir eine Wanderung um die Insel machen. Nach dem Mittagessen fragen wir einen der Angestellten, wo man am besten entlang läuft. Er sagt uns, dass es über 6 Stunden dauert, um die Insel zu umrunden. Es wäre also schon dunkel, bevor wir zurück kommen. Dann laufen wir eben nur ein Stück und drehen wieder um. Der Mitarbeiter bietet an uns zu begleiten für 10 FJ$ pro Person. Wir brauchen jedoch keine Führung und möchten alleine laufen. Aus Spaß sagen wir, dass wir für die Wanderung nichts zahlen möchten, er dennoch mitkommen kann, wenn er möchte. Darauf verschwindet er mit finsterer Mine. Die Frage nach der Richtung ist immer noch offen, aber da wir schon durch das Dort auf der einen Seite gelaufen sind, gehen wir wohl besser in die andere Richtung, um etwas neues zu sehen. Stephanie und Ben kommt mit, Scott ist sich aber noch nicht sicher und bleibt letztendlich dort.

Als wir losgehen überlegt Sebastian, seine Flip Flops vielleicht doch anzuziehen, folgt uns jedoch barfuß. Wie an fast allen Fiji-Stränden, gibt es auch hier scharfe Korallensplitter und kantige Felsen, welche sich als kleine Herausforderung entpuppen werden.

Zur Zeit ist Ebbe und wir können am Strand entlanggehen. Mit dem Blick auf den Boden entdecken wir dauernd neue spannende Dinge, wie Muschelschalen, Krabben und Seesterne.

Alle Pfützen die am Strand zurückgeblieben sind finden sich zwei dutzend kleine, stachelbesetzte Arme, die durch das Wasser wedeln, auf der Suche nach Nahrung. Die anderen dachten erst, es seien kleine Oktopusse (ist das die Mehrzahl von Oktopus?), aber als wir den Körper von einem der Tiere ausgemacht haben, stimmten sie zu, dass es eher Seesterne sind.

Wir treffen zwei Frauen aus dem Dorf, die nach Krabben suchen. Eine von ihnen zeigt uns aus halbwegs sicherer Entfernung eine giftige schwarzweiß-gestreifte „Seasnake“ (Seeschlage oder Meeresschlange oder so), die plötzlich auf uns zu kommt, aber auch schon wieder verschwunden ist, als alle aufgeregt aus dem flachen Wasser flüchten.
Wir sammeln ein paar interessante Muscheln und Pflanzensamen. Ein wenig später kommt uns eine kleine Gruppe entgehen. Wie es aussieht, auch viele Touristen darunter. Sie kommen von dem anderen Resort und zeigen uns nochmals den Weg, den wir gehen müssen, um dort hin zu kommen. Mit unseren Flip Flops kraxeln wir einen kleinen Felsen hoch, der uns auf einen schmalen Waldpfad führt. Nach einer kleinen Strecke bietet sich eine tolle Sicht auf das Meer und die Korallenriffe, die im Wasser türkis strahlen.

Als wir an einem der schönen Aussichtspunkte stehen bleiben, merke ich leider etwas spät, dass ich auf einer Ameisenstraße stehe und mir die kleinen Biester die Zehen zerbeißen – schnell weiter!
Über den Strand erreichen wir das andere Resort. Da uns die paar Gäste vorhin entgegen kamen, ist das kleine Dörfchen aus Hütten völlig verlassen und leergefegt. Ein Hund ist das einzige lebendige, das wir bisher ausmachen konnten. In den Sand hat jemand eine Botschaft geschrieben: „BULA! And welcome to … resort“ (leider habe ich den Namen vergessen).
Ein Mitarbeiter hat uns entdeckt und kommt mit einem lauten Begrüßungs-BULA auf uns zu. Er stellt sich als Leiter dieser Lokalität vor und führt uns gerne herum. Der Speisesaal mit Bar und Rezeption ist ein vergleichsweise kleiner Raum. Ben ist der einzige, der Geld dabei hat und leiht allen freundlicherweise etwas Geld für Getränke. Schwimmen dürfen wir hier leider nicht, da es bei Ebbe gefährlich sein kann, zwischen den scharfen Korallen zu schwimmen. Die Abkühlung hätten wir gut brauchen können.

Nach der kleinen Führung treten wir den Rückweg an, bevor uns die Flut den Weg abschneidet. Am Strand steht das Wasser schon recht hoch und wir klettern über die hohen, scharfkantigen Felsen. Sebastian bereut schon, dass er keine Flip Flops angezogen hat. Nach insgesamt fast drei Stunden sind wir zurück in unserem Resort. Scott hat uns schon vermisst. Gerade richtig zur „Tea time“, gönnen wir uns ein paar Tassen Tee zur Erholung.

Am Abend spielen wir noch eine Zeit lang Karten mit unseren vielen Freunden und John, einem Angestellten. Plötzlich hören wir lautes Geschrei vom Nachbartisch, Leute springen auf und rennen schreiend davon. Was ist da los? Alle zeigen auf den Tisch, wo man in der Hektik einen großen schwarzen Käfer ausmachen kann, der wohl gerade zu der Gruppe dazugestoßen ist. Tatsächlich etwas furchteinflößend dieses Geschöpf. Allein schon wegen der Größe. Plötzlich hebt das Geschöpf mit tosendem Flügelschlag ab und bahnt sich seinen Weg durch die schreiende Menge, geradewegs auf unseren Tisch zu. Alle gehen mit einem lauten Schrei in Deckung und als wir denken, der Spuk sei vorbei, guckt Sebastian verwundert auf seine Schulter, wo das knapp Hand-große schwarze Monster sitzt. Von dort schwirrt es hinunter auf den Fußboden, wo der tapfere John es mit 3 harten Tritten gerade noch so erlegen konnte. Da liegt das Kakerlaken-ähnliche riesen Ding zu unseren Füßen und gibt ein paar letzte Zuckungen von sich. Welche eine Aufregung! Später erfahren wir auch, dass diese Flieger sogar ziemlich giftig sind und gemein zubeißen können!
Es wurde zwar viele Bilder geschossen, uns ist jedoch anscheinend keines geblieben. Ich glaube, dieses Tier heißt auch Bananenkäfer oder so.

Am Abend werden die Aktivitäten für den nächsten Tag durchgegangen und nachdem Ben und Laura von dem „Sunrise Walk“ geschwärmt haben, möchten wir das morgen früh auch einmal probieren und den Sonnenaufgang vom Berggipfel der Insel betrachten. Also wird der Wecker auf 5:30 gestellt, auch wenn nicht ganz klar ist, ob das Wetter morgen früh gut ist.